Alle Artikel in: Film des Monats

Geld oder Leben

Film des Monats September 2017 • Künstlerische Projekte entstehen in der Regel nicht aus einem kommerziellen Interesse heraus, sondern aus der starken Motivation, sich mit formalen, bildnerischen und/oder inhaltlichen Aspekten auseinanderzusetzen und diese in eine künstlerische – oder, wie im Autorenkurzfilm – audio-visuelle Form zu bringen. Wer die Priorität seiner künstlerischen Tätigkeit auf das konsequente Verfolgen dieser Werte legt, riskiert allerdings, finanziell in eine fragile Situation zu geraten. Stefan Dörings Gedicht »Geld oder Leben« veranlasste den Berliner Künstler und Filmemacher Jakob Kirchheim in seinem gleichnamigen Film, das Verhältnis beider Werte auszuloten. Passend zum Thema: »Geld oder Leben« ist ohne finanzielle Förderung entstanden.

Antique Sound

Film des Monats August 2017 • Das atmosphärische Knistern einer Schallplatte, das aus dem Wasser kommt. Ein kleiner mondbeschienener See mit sparsamen 20 Watt. Schon das kleine, nur ca. 20 Sekunden kurze Intro von Evan Holms Poetryfilm »Antique Sounds« erzeugt auf einfachste Weise eine vielschichtige Bildlichkeit, die dem Gedicht W. S. Merwins gerecht wird, bevor überhaupt der erste Vers erklingt.

LONG RONG SONG

Film des Monats Juli 2017 • M it LONG RONG SONG setzt Ottar Ormstad seine Erforschung der visuellen Poesie fort. Der Film ist 2015 in einer Zusammenarbeit des norwegischen Dichters mit dem russischen Musiker Taras Mashtalir und dem Animationskünstler Alexander Vojjov enstanden.

Heartbreak

Film des Monats Juni 2017 • Der sozialkritische Kurzfilm Heartbreak (2017) von Dave Tynan erhielt beim zweiten Weimarer Poetryfilmpreis eine Special Mention der Jury. Grundlage des Films ist ein Spoken-Word-Text des irischen Schauspielers und Poeten Emmet Kirwan.

The Minute

Film des Monats Mai 2017 • Sei nicht so wie die Anderen, dann kannst du überleben – von Minute zu Minute! Charles Bukowskis Lyrik ist von einfachen Aussagen geprägt. Der in Kolumbien entstandene Poesiefilm »The Minute« (2015) von Adrián Suárez legt ihren popliterarischen Unterhaltungscharakter frei und rettet Bukowskis Text durch Ironie und inszenierte Oberflächlichkeit vor dem Trivialitätsverdacht.

Die Angst des Wolfs vor dem Wolf

Film des Monats April 2017 • The poetry film »The wolf fearing the wolf / Die Angst des Wolfs vor dem Wolf« (2014) by Juliane Jaschnow and Stefan Petermann is a good example of how a narrative poem can be (re-)imagined without falling back on illustration. How a simple, clear visual form can create multiple layers. How sound and color can steer the atmosphere without being intrusive.

Nostalgia

Film des Monats März 2017 • Rauch wie Milchstraßennebel, ein Fallen in Zeitlupe, Papierflieger, die durch ein Leben reisen – »Nostalgia: A visual Poem«, ein Poesiefilm der niederländischen Regisseurin Judith Veenendaal nach einem Text von Johnny B.A.N.G. Reilly, erzählt von Erinnerung, Freiheit, Narben und Selbstbestimmung.

Montserrat

Film des Monats Februar 2017 • Monumentale Schriftzüge schweben wie magische Botschaften über Buenos Aires. In seinem Poesiefilm »Montserrat« inszeniert der argentinische Regisseur Fernando Lazzari Teile eines Gedichts von Jorge Luis Borges. Protagonist des Films ist eine neue, von Julieta Ulanovsky gestaltete Google-Schrift. 

1700% Project: Mistaken for Muslim

Film des Monats Januar 2017 • Unter den politischen Poetryfilmen der letzten Jahre ist einer besonders aktuell geblieben: »1700% Mistaken for Muslim« (2010) liefert ein Beispiel für einen engagierten Poesiefilm, der die Islamophobie in Teilen der US-amerikanischen Gesellschaft thematisiert. 

A Petty Morning Crime

Film des Monats Dezember 2016 • In Bulgarien entstanden in letzter Zeit im Rahmen des Projekts »Mark & Verse« spannende Poesiefilme. Der Kurzfilm »A Petty Morning Crime« (Kleines morgendliches Verbrechen) von Asparuh Petrov ist einer davon. Er basiert auf einem Gedicht von Georgi Gospodinov.